28.11.2011 - Die (verborgenen) Potenziale der Kreativwirtschaft

Letzten Freitag waren wir auf der Abschlusskonferenz des EU-Projekts ECCE Innovation im Europäischen Parlament in Brüssel zu Gast. Das GründerZentrum war nicht nur als Teilnehmer sondern auch als Organisator an der Veranstaltung maßgeblich beteiligt.


Photos: Miriam Schmalen

Unter dem Motto  “The (hidden) potential of the creative industries: awareness, innovation and spillover effects” erlebten wir mit über 100 Zuhörern überwiegend interessante Vorträge.

Zusammen mit der Europaabgeordneten Sabine Verheyen, die zugleich Gastgeberin der Abschlusskonferenz war, eröffnete die stellvertretende Bürgermeisterin von Nantes Karine Daniel die Veranstaltung und wies auf den großen Erfolg des ECCE Innovation-Projekts hin. Beide hoben die bedeutende Rolle der Kulturwirtschaft in Europa hervor. Nach der wenig greifbaren Keynote Speech zum Thema Innovation durch die Kultur- und Kreativwirtschaft, die von dem französischen Publizist und Philosoph Bernard Stiegler vorgetragen wurde, folgten Best Practice Beispiele, die einen Überblick über die Arbeit aller Projektpartner gaben.

Im Rahmen von Best Practice Beispielen stellte uns Lianne van Genugten aus Eindhoven ihr Label „Sun Shade“ vor. Die Künstlerin versucht in ihren Werken, wie beispielsweise einem Sonnenschirm, der mit Solarzellen bedeckt ist und sich abends in einen Lampenschirm verwandelt, Natur und Technik zu verbinden. Ein tolles Beispiel aus der Praxis! Ebenso spannend und begeistert erzählten Fabian Seibert und Patricia Graf aus Aachen vom kreativen Veranstaltungskonzept „Blind Date“, das Leute aus der Kreativwirtschaft mit Leuten aus Industrie und Wirtschaft vernetzen soll. Von Zusammenarbeit zwischen Kreativwirtschaft, anderen Wirtschaftszweigen und öffentlichem Dienst berichtete Keith Evans von der Beratungsagentur CIDA in Leeds gemeinsam mit Ruth Winter von der Stadt Doncaster. CIDA verhilft durch innovative und kreative Ideen Unternehmen zu wirtschaftlichem Erfolg und kann dadurch Abläufe in der öffentlichen Verwaltung optimieren.


Weitere Redner der Veranstaltung waren Agnieszka Truszczynska von der Generaldirektion Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission, der Künstler Fabrice Hyber aus Nantes, Rozenn le Merrer, Koordinatorin des Studienprogramms der Hochschule für bildende Künste in Nantes u.a.

Das Interreg IVB Projekt ECCE Innovation – Developing Economic Clusters of Cultural and Creative Enterprises in the Innovation Process – zielte darauf ab, die Innovationskraft und Vernetzung der Kultur- und Kreativwirtschaft zu stärken sowie Kooperationen zwischen den verschiedenen Branchen und etablierten Unternehmen, Hochschulen, Industrien und öffentlichen Einrichtungen zu fördern, um letztendlich neue Märkte zu entwickeln. Das ECCE Innovation Netzwerk förderte den Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer auf regionaler Ebene und bot Kleinstbetrieben, Existenzgründenden und Einzelpersonen im kreativen und kulturellen Bereich Unternehmens- und  Finanzierungsberatung sowie Information und Ausbildung. Im Rahmen des EU-Projektes arbeiteten acht europäische Metropolen aus Frankreich, den Niederlanden, Großbritannien, Irland und Deutschland zusammen: Aachen, Birmingham, Cardiff, Dublin, Eindhoven, Doncaster (in Kooperation mit der Beratungsagentur CIDA, Leeds), Nantes (als Leadpartner) und Stuttgart.